Freier Praktikumsplatz

Möchten Sie sich in Form von konkreter Tierschutzarbeit engagieren? 

Stinah bietet die Möglichkeit, im Rahmen von Praktikas (minimale Dauer 3 Monate) konkreten Einsatz für Tiere zu leisten und Erfahrungen in der Tierbetreuung (v.a. Pferde) zu sammeln. Unterkunft mit Küche/Dusche/WC vorhanden.

In Zusammenarbeit mit SinTakt® (www.sintakt.ch) besteht die Möglichkeit, bei Stinah ein Praktikum zu absolvieren und bei Interesse und Eignung in Kooperation mit SinTakt® eine berufsbegleitende Ausbildung zu machen.

Weitere Informationen bzw. Bewerbungen per Email oder unter 052 654 33 33.

Erfahrungsberichte


Erfahrungsbericht Annemarie Wöhler 

Erfahrungsreich, erfüllend, anstrengend und lustig... dies sind die Worte, die mir spontan zu meiner Praktikumszeit einfallen. Mein Praktikum absolvierte ich bei Stinah im März 2011, 9 Arbeitsstunden täglich an 5 Tagen pro Woche, über 4 Wochen lang. 

Ich bin gelernte Tierarzthelferin und studiere seit 2009 Tiermedizin in München, hatte aber bis dahin wenig Erfahrungen mit Pferden. Besonders der Tierschutzgedanke motivierte mich, den Hof und die Arbeit dort kennenzulernen sowie etwas für die Gnadenhoftiere zu tun.

Zu Beginn war es für mich eine ziemliche Umstellung von der meist sitzenden und lernenden Studentin hin zur "Vollzeitpferdepflegerin". Solch körperlich anstrengende Arbeit war ich nicht gewohnt. Auch dauerte es einige Zeit, bis ich mir den täglichen Ablauf und vor allem die vielen Tiernamen merken konnte. 

Zu meinen täglichen Aufgaben gehörten Pferdepflege, Misten, Spaziergänge mit Pferden und Hunden, Versorgung der Hühner und einige tiermedizinische Tätigkeiten wie Entwurmung der Katzen, Versorgung von Wunden, wenn sich z.B. der liebe Dackel im Fuchsbau verirrt hatte. 

Sehr gut gefallen hat mir die Arbeitsstruktur auf dem Hof. Für jeden Mitarbeiter gab es zur Orientierung einen täglichen Arbeitsplan. Es war einfach ein gutes Gefühl, abends mit einem Blick zu sehen, was man an diesem Tag alles geleistet hatte. Zusätzlich gab der Plan Sicherheit, keine Aufgaben vergessen zu haben. 

Ich fühlte mich schnell als ein Teil des Teams. Wenn ich Fragen hatte, nahmen sich Claudia und Christof oder jemand aus dem Team immer Zeit, mir diese zu beantworten. Mir wurde in dieser Zeit viel Verantwortung übertragen, ich habe mich ernst genommen gefühlt und ich hatte das Gefühl willkommen zu sein.

Neben der harten körperlichen Arbeit kam aber auch der Spass nicht zu kurz! Wie erhofft bot mir der Aufenthalt die Möglichkeit, hautnah mit Pferden in Kontakt zu treten. Ich lernte sie zu pflegen und erfuhr viel über ihr Verhalten untereinander und über die spezifische Interaktion Pferd-Mensch. Es war mir durch meine praktische Arbeit mit Tieren gelungen, einen Ausgleich zu dem noch sehr theoretischen Studium zu finden. Gleichzeitig spürte ich, dass ich beruflich den richtigen Weg eingeschlagen habe.


Erfahrungsbericht Merle Bortz 

Ich habe ein Praktikum über anderthalb Monate bei Stinah gemacht. Ich war vom ersten Moment an begeistert. Ich habe viel über Pferdeverhalten in der Herde gelernt und wie sie sich untereinander verständigen. Aber auch wie ich mich selber in einer Pferdegruppe zu verhalten habe. 

Pferdepflege und die Pferde bewegen hat mir besonders Spass gemacht, da ich so die einzelnen Charaktere kennenlernen durfte und sich die Pferde bei den Massagen entspannten. Zusätzlich habe ich tolle Leute kennengelernt, die mich super in ihr Team aufgenommen haben und mir sehr viel zeigen konnten. 

Die Pflege von Hühnern war mir bis dahin unbekannt, doch sogar der Hahn ist mir schnell sympathisch geworden. Das Hunde Ausführen gehörte oft zu meinen Aufgaben und da ich selber einen Hund hatte, hatte ich keine Probleme super mit den Hunden klar zu kommen. 

Ich fühlte mich wohl und geborgen auf dem Talhof und auch meine Mitbewohnerin ist mir schnell ans Herz gewachsen. Ich hoffe, dass ich noch einmal die Gelegenheit finde, ein weiteres Praktikum bei der Stiftung zu machen.


Erfahrungsbericht Thomas Rottler 

In meiner „normalen“ Tätigkeit als Probenehmer war ich es nicht gewohnt, durchgängig körperliche Arbeit zu leisten und so früh aufzustehen. Nach einer Woche konnte ich mich gut daran anpassen. Die größte Herausforderung war gleichzeitig zur körperlichen Arbeit ein Zeitmanagement zu führen, sich die Namen der Tiere zu merken und die Arbeitsabläufe zu studieren, damit man sich gut im Team integrieren kann. 

Bevor ich das Praktikum gemacht habe wusste ich nichts über soziales Verhalten von Hühnern und Pferden. Aber dadurch dass ich so intensiv in den Alltag der Tiere eingebunden war und die Pferde sich frei auf dem Hof bewegen können, habe ich viel darüber gelernt. Erstaunlicherweise ist dass eher nebenbei passiert. Meine Hauptaufmerksamkeit hat sich durch eine gut koordinierte Arbeitsvorgabe darauf gerichtet schnell und effektiv zu arbeiten. Das war in der Übergangsphase sehr fordernd aber dank der geduldigen Mitarbeiter machbar. 

Es gab Momente, an denen ich an mir zweifelte, weil ich Fehler gemacht habe und meine Arbeitsqualität nicht befriedigend war. Zum Glück habe ich mich dann daran erinnert, dass die Tiere hier nicht mehr leben würden, wenn es nicht so engagierte Leute wie Claudia und Christof gäbe. Das gab mir Kraft und Ausdauer um motiviert weiterzumachen. 

Ich habe noch nie einen Hof wie diesen gesehen, wo die Tiere so artgerecht behandelt werden und hoffe dass noch mehr Menschen die Stiftung unterstützen, egal wie. Wie diesen schwachen Moment gibt es auch sehr angenehme Erinnerungen aus dieser kurzen aber intensiven Zeit. Ich denke da an: den Anblick des sauberen Hofs nach dem Morgenstall, das friedliche Gackern der Hühner, die überglücklichen Pferde wenn sie auf die Weide heraus galoppieren, das gemeinsame Essen und scherzen mit Claudia und Christof und vieles mehr.