Erfahrungsbericht Annemarie Wöhler

Erfahrungsreich, erfüllend, anstrengend und lustig... dies sind die Worte, die mir spontan zu meiner Praktikumszeit einfallen. Mein Praktikum absolvierte ich bei Stinah im März 2011, 9 Arbeitsstunden täglich an 5 Tagen pro Woche, über 4 Wochen lang.

Ich bin gelernte Tierarzthelferin und studiere seit 2009 Tiermedizin in München, hatte aber bis dahin wenig Erfahrungen mit Pferden. Besonders der Tierschutzgedanke motivierte mich, den Hof und die Arbeit dort kennenzulernen sowie etwas für die Gnadenhoftiere zu tun.

Zu Beginn war es für mich eine ziemliche Umstellung von der meist sitzenden und lernenden Studentin hin zur "Vollzeitpferdepflegerin". Solch körperlich anstrengende Arbeit war ich nicht gewohnt. Auch dauerte es einige Zeit, bis ich mir den täglichen Ablauf und vor allem die vielen Tiernamen merken konnte.

Zu meinen täglichen Aufgaben gehörten Pferdepflege, Misten, Spaziergänge mit Pferden und Hunden, Versorgung der Hühner und einige tiermedizinische Tätigkeiten wie Entwurmung der Katzen, Versorgung von Wunden, wenn sich z.B. der liebe Dackel im Fuchsbau verirrt hatte.

Sehr gut gefallen hat mir die Arbeitsstruktur auf dem Hof. Für jeden Mitarbeiter gab es zur Orientierung einen täglichen Arbeitsplan. Es war einfach ein gutes Gefühl, abends mit einem Blick zu sehen, was man an diesem Tag alles geleistet hatte. Zusätzlich gab der Plan Sicherheit, keine Aufgaben vergessen zu haben.

Ich fühlte mich schnell als ein Teil des Teams. Wenn ich Fragen hatte, nahmen sich Claudia und Christof oder jemand aus dem Team immer Zeit, mir diese zu beantworten. Mir wurde in dieser Zeit viel Verantwortung übertragen, ich habe mich ernst genommen gefühlt und ich hatte das Gefühl willkommen zu sein.

Neben der harten körperlichen Arbeit kam aber auch der Spass nicht zu kurz! Wie erhofft bot mir der Aufenthalt die Möglichkeit, hautnah mit Pferden in Kontakt zu treten. Ich lernte sie zu pflegen und erfuhr viel über ihr Verhalten untereinander und über die spezifische Interaktion Pferd-Mensch. Es war mir durch meine praktische Arbeit mit Tieren gelungen, einen Ausgleich zu dem noch sehr theoretischen Studium zu finden. Gleichzeitig spürte ich, dass ich beruflich den richtigen Weg eingeschlagen habe.

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