Die vormalige Eigentümerin konnte, da sich ihre familiäre und finanzielle Situation änderte, den Unterhalt für Sissi nicht mehr tragen. Da Sissi mittlerweile alt geworden und von ihren strengen Einsätzen als Spring-, Distanz- und Wanderreitpferd sichtlich gezeichnet war, interessierte sich ausser dem Schlachter niemand für sie. Stinah konnte Sissi am 5. Januar 2006, ihrem Schlachttermin, als Stiftungspferd aufnehmen.
Da der Stall am Stiftungssitz zu diesem Zeitpunkt voll belegt war, wurde Sissi fremdplatziert. Die Lebensumstellung schien sie jedoch stark zu belasten. Sie fand keine Ruhe, was letztendlich zu Schlafattacken im Stehen, unkontrollierten Stürzen und gravierender Verletzung des linken Fesselgelenks führte; der tierärztlich Rat lautete auf „Einschläfern“. Da Sissi keinerlei Schmerzanzeichen und eine unbändige Lebensfreude zeigte, entschied sich Stinah gegen die Euthanasie und für die Eingliederung in die Pferdegruppe am Stiftungssitz. Nach anstrengender Anfangsphase mit intensiver Wundpflege beruhigte sich Sissi zunehmend. Die Sturzsequenz nahm massiv ab und ihr Gesundheitszustand verbesserte sich ent-sprechend. Sissi hat zwischenzeitlich gänzlich nach Hause gefunden.


September 2006




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